Abgrenzen und Nein sagen lernen

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Wie ist denn das überhaupt mit der Abgrenzung? Warum fällt es den meisten von uns so schwer, sich abzugrenzen und warum wir es unbedingt lernen sollten. Abgrenzen lernen und Nein zu sagen beinhaltet so viel mehr als einfach nur eine Bitte nicht erfüllen wollen. Ein liebevoll hervorgebrachtes  Nein bedeutet meist ein großes Ja zu sich selbst. 

Sich von anderen abzugrenzen, seine eigenen Grenzen zu wahren ist  von starker Bedeutung für ein gesundes Selbstbewusstsein. Wenn wir immer zu allem Ja sagen, uns alles gefallen lassen und anderen die Macht über uns lassen, so leben wir auf Dauer vollkommen fremdbestimmt. So werden wir  ganz sicher nicht glücklich. Eine rechtzeitige Abgrenzung von anderen Menschen, von Äußerungen oder gut gemeinten Ratschlägen hilft uns nicht nur bei dem Aufbau unseres eigenen Selbstbewusstseins. Es hilft auch bei der alltäglichen Auswahl an Dingen die wir tun wollen, die wir sagen möchten und wie wir sind. Wir sollten aufhören uns durch Meinungen und Äußerungen anderer zu definieren, lieber selbst herausfinden wer wir eigentlich sind. Dazu gehört auch ein Nein. Nicht immer. Aber immer öfter. Viel zu oft befinden wir uns in dem Strudel aus Geselligkeiten, wir machen Dinge, die uns eigentlich keine Freude bereiten. Wir erledigen Arbeiten zu denen wir eigentlich keine Zeit haben. Wir leben ein Leben von dem wir eigentlich ganz tief in uns drinnen wissen, das es uns nicht glücklich macht. Uns auffrisst. Ein vorprogrammiertes schlechtes Gewissen uns selbst gegenüber und dem anderen gegenüber.

Abgrenzen und Nein sagen lernen

Grenz Dich ab. So einfach hört es sich an. Dennoch ist es für viele von uns ein langwieriger Prozeß der Zeit braucht. Viel zu oft sagen wir Ja und meinen eigentlich Nein. Kannst Du mal eben? Übernimmst Du das heute? Erledigst Du das schnell noch? Hilfst Du mir kurz? Kommst Du kurz vorbei? Fragen, die gespickt sind mit unterschwelligen Emotionen des anderen sind  prädestiniert dazu mit Ja Beantwortet zu werden. Obwohl wir eigentlich wissen, das wir dazu keine Zeit, keine Geduld, keine Kraft oder einfach keine Lust haben.  Wir müssen lernen Nein zu sagen ohne uns dabei schlecht zu fühlen. Nur weil ich meiner besten Freundin gerade nicht helfe ihren Frust abzulassen heisst das noch lange nicht, das wir nicht mehr befreundet sein können. Nein ich habe dazu gerade keine Zeit. Nur weil ich meinem Chef nicht noch eine zusätzliche Aufgabe abnehme heißt das noch lange nicht, das ich einen schlechten Job abliefere. Nein, ich schaffe das heute nicht. Ich habe schon zu viel zu tun bedeutet ganz schlicht, Ich habe genug zu tun, suchen Sie sich bitte für diese Aufgaben einen anderen der sie übernimmt. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn wir immer zu allem Ja sagen fühlen wir uns am Ende schlecht. Wir werden keinem gerecht und am allerwenigsten uns selbst.

Warum fällt sich abzugrenzen denn so schwer?

Sich abzugrenzen ist nicht einfach. Tief in uns drinnen wissen wir, wir sollten viel öfter Nein sagen. Doch genau das fühlt sich egoistisch an. Dieses Gefühl von, ich lasse jemanden hängen, bewirkt auf der Gegenseite ein Gefühl von: wenn ich jetzt Nein sage gehöre ich schon bald nicht mehr dazu. Keine Grenzen setzen als Aussicht auf sozialen Anschluss. Wir wollen das Gefühl von Zugehörigkeit. Und verlieren so den Anschluss an unsere eigenen Bedürfnisse.

Ja zu sagen, obwohl wir eigentlich Nein meinen fühlt sich einfach an. Unser Einfühlungsvermögen verbietet uns abzusagen wenn wir um Hilfe gebeten werden. Viel zu sehr können wir verstehen wie schlecht sich der andere fühlen wird wenn wir nicht helfen. Doch wer hilft uns wenn wir auf halber Strecke liegen bleiben. Wer sieht Dich, wenn nicht Du selbst?! Nur weil Du mal keine Hilfe anbietest, nur weil Du nichts zusagst was Dir und Deinen Bedürfnissen nicht gerecht wird wirst Du nicht gleich alle Freunde verlieren. Der klare Ausdruck Deiner Selbst, das Erkennen Deiner eigenen Bedürfnisse wird als Selbstbewusstsein gewertschätzt. Sobald Du Dir selbst mit Wertschätzung begegnest tun es auch andere. Schuldgefühle sind hier fehl am Platz. Sich zu verbiegen nur um anderen zu gefallen zahlt sich langfristig nicht aus. Im Großen und Ganzen kann das Setzten von Grenzen sogar Freundschaften fördern. Dein Gegenüber kann Dich so viel besser einschätzten. Viel besser wissen woran er/sie bei Dir ist. Sehen, wer Du wirklich bist. Und genau das mögen die Menschen. Sich gegenseitig einschätzen zu können gibt ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen. Immer nur Ja zu hören gepaart mit dem Gefühl, eigentlich will er das doch sicher nicht hinterlässt einen schaden Beigeschmack.

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Um sicherzugehen ob Du etwas wirklich willst hinterfrage Dich selbst: 

Hast Du wirklich Zeit dazu?

Hast Du wirklich Lust dazu?

Bedeutet eine Zusage Druck und Stress für Dich?

Versuche Dir anzugewöhnen nicht sofort Ja zu sagen. Sobald ein Ja ausgesprochen ist setzt es unmittelbar ein schlechtes Gewissen frei wenn wir es zurücknehmen. Viel besser ist ein: Ich denke kurz darüber nach und gebe Dir Bescheid. So kannst Du ganz in Ruhe in Dich hinein hören, ob Du wirklich zusagen willst. Es gibt Psychologen die zu einem spontanen Nein raten wenn Dein Gegenüber eine schnelle Antwort erwartet. Ein Nein in ein Ja umwandeln ist bedeutend einfacher als andersrum. Ein Ja sollte daher niemals ausgesprochen werden, nur um anderen zu gefallen. Obgleich ein Ja auch mal gesprochen werden kann obwohl Du eigentlich Nein denkst. Dann aber mit der Gewissheit das Du es trotzdem für das Richtige hältst. Deine Bedürfnisse nicht einfach zur Seite geschoben, aber wohlwissend kurz an der Seite geparkt. Denn nicht immer sollte alles abgesagt und ausgeschlossen werden. So können wir zu leicht zum Eigenbrödler werden. Vielleicht hilft Dir in machen Situation auch ein kleines Ja oder ein halbes Nein. Ein, eventuell schaffe ich es. Oder ein Wenn ich vorher xyz erledigt habe kann ich gerne danach Dir helfen schlissen nicht gleich aus, sagen aber auch noch nicht voll zu. Manchmal hilft eine zeitliche Einschränkung oder eine emotionale. Ich versuche es, kann es aber noch nicht 100% versprechen denn manchmal bin ich dafür zu müde, zu gestresst, zu voll gepackt mit anderen Dingen. Eine ehrliche Erklärung dessen wie Du Dich fühlst, mit dem  Verständnis dafür was Dein Gegenüber braucht.

Ich kann verstehen, dass Du…. aber…

Ich treffe mich gern mit Dir, aber um 16:00 muss ich noch…

Ich würde Dir gern helfen, aber ich muss selbst noch…

Ich versuche es zeitlich zu schaffen, aber ich bin mir noch nicht sicher ob es klappt….

Sind keine Ausreden, sondern Erklärungen. Helfen Dir selbst dabei, Dich nicht zu verzetteln und geben dem anderen dennoch ein gutes Gefühl. Probier es mal aus.

 

Erspüre wer Du sein willst und warum. Und dann sei wie Du sein willst und nicht wie andere Dich haben wollen. 

Besonders feinfühligen Menschen fällt eine Abgrenzung schwer. Das hineinversetzen in andere Situationen oder Gefühlswelten erschwert eine Abgrenzung im Alltag. Ist aber umso wichtiger. Denn ein Sich -selbst -aus-den-Augen-verlieren passiert schnell. Vertraue auf Dein Gefühl und setze Deine Grenzen klar und freundlich. Ein Nein bedeutet nicht das Du unhöflich bist. Ein Nein kann ebenso freundlich und nett sein. Ein Nein kann voller Verständnis sein. Ein freundliches und nettes Nein ist in jedem Fall besser als ein Ja das sich nicht richtig anfühlt. Denn seinen wir mal ehrlich, beide Seiten merken die Unehrlichkeit.

Eine liebevolle Annahme Deiner Selbst verhilft Dir zum einem guten Selbstgefühl. Ein liebevolles Ja zu Dir selbst, zu Deinen Gefühlen und Grenzen ist wertvoll für Dein ganzes Leben.

 

Herzlichst Deine Sunita

 

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SunitaEhlers
Hi, ich bin Sunita. Yogini, Mutter, Bloggerin und Ayurveda Lifestyle Coach aus Hamburg. Schön, das Du da bist!

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