Mindful Eating

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Achtsames Essen, überall wird es in hohen Tönen angepriesen. Überall hörst Du davon. Meist geht es um einen achtsamen Umgang mit der Ernährung im Sinne von: so kannst Du ganz schnell ein paar Pfunde loswerden! Es geht um Diätversuche und darum, endlich so großartig auszusehen, wie es angeblich alle tun. Diejenigen Dünnen, die sich ja schon viel länger mit Mindful Eating beschäftigen. Du bist viel besser, wenn Du schon gemerkt hast, daß Diäten doof sind und Mindful Eating das megacoole, neue Verfahren ist, mit dem Du garantiert in Windeseile in Bestform kommst. Und das ganz ohne zu hungern und ohne auf etwas verzichten zu müssen.

Mindful Eating

Das Fatale ist, das wir alle darauf reinfallen. Mindful Eating als die Lösung all unserer Probleme. Wie wunderbar. Wenn es so ein einfach wäre. Ein achtsamer Umgang mit der Auswahl unserer Nahrungsmittel als Alleilhmittel für das Lösen unserer Sorgen und Alltagsschwierigkeiten. Großartig. Eigentlich ist es nicht nur fatal, vielmehr kompletter Unfug. Denn nur weil ich ganz plötzlich merke, das ich mindful mit meiner Ernährung umgehe. Mindful lebe. Dann ändert sich doch nicht ganz plötzlich mein ganzes Leben. Und selbst wenn es so wäre und all meine Sorgen und Probleme sich in Luft auflösen, nur weil ich ganz easy dünn und schön geworden bin, dann wäre es doch total grotesk. Warum hab ich denn dann die Sorgen überhaupt. Nur weil ich nicht mindful genug mit der Auswahl meiner Lebensmittel umgehe? So einfach ist das nicht. Wir bekommen Dinge vorgegaukelt, damit wir neue online Kurse buchen oder uns Bücher kaufen, nur um dazuzugehören. Um abzunehmen. Um zu dem ausgewählten Kreis zu gehören, von denjenigen, die es geschafft haben. Vor uns natürlich! Denn sonst könnte uns ja niemand diese obertollen Kurse verkaufen. Sonst gäbe es ja niemanden der schon dünn, schön und reich und erfolgreich wäre.

Mindful Eating als Allheilmittel für all unsere Sorgen. Obwohl Diäten bewiesenermaßen nur einen positiven und nachhaltigen Effekt haben, wenn wir unsere Ernährung komplett umstellen. Sollte es doch bei Mindful Eating nicht vordergründig darum gehen, abzunehmen. Die Gesellschaft verkauft uns doch sowieso seit Jahren, das nur die Dünnen und Schönen ein gutes Leben haben. Diejenigen, die ein paar Pfunde auf den Hüften zuviel haben, können ja gar nicht glücklich sein, sie sind ja viel zu viel damit beschäftigt, abzunehmen! Surreal wird uns weisgemacht, die anderen sind toller und wertvoller. Wir, die einen kleinen Bauchansatz haben sind es nicht wert. Wir MÜSSEN uns erst mindful mit uns selbst beschäftigen, bevor wir dazugehören. Das kann es doch nicht sein! Ein achtsamer Umgang mit unserer Nahrung ist nicht für jeden von uns das Allheilmittel zu einem dünnen Leben. Und ein dünnes Leben ist nicht für jeden von uns das Wichtigste! Denn eines ist klar, egal ob dünn oder dick, jeder von uns hat das Recht auf ein gesundes und glückliches Leben. Glück ist nicht abhängig vom Körperfettanteil!

Mindful Eating als eine Form der Ernährung, die uns gesund hält. So sollte es heißen. Ein achtsamer Umgang mit der Auswahl an Nahrungsmitteln, damit wir Energie haben und uns in unserm Körper wohlfühlen. Egal, wie dick oder dünn. So sollte es sein. Mindful Living als Lebensform, die uns selbst die Möglichkeit gibt, zu erkennen wer wir sind und wie wir wirklich leben wollen. Als eine Art Zeichen dafür das wir uns selber wertschätzen, achten und lieben. Mindful Living als Lebensphilosophie, egal ob dick, dünn, groß oder klein. Denn wir alle sind wunderbar. So wie wir sind.

Wir sollten darauf acht geben, das wir unseren Körper als Zuhause wertschätzen. Als Heim, welches wir umsorgen, damit wir uns darin wohlfühlen können. Wir sollten uns nicht danach sehnen, so dünn zu sein, wie die Gesellschaft es sich wünscht. Wir sollten nicht versuchen, dazugehören zu wollen, indem wir uns einer neuen Form des Zwangs unterwerfen. Wir sollten nicht wollen dünner und schöner zu sein. Wir sollten vielmehr versuchen uns selbst so zu achten, das wir ein langes, gesundes, energiegeladenes und glückliches Leben führen. 

Wenn uns Mindful Eating dabei hilft, umso besser. 

 

Mindful Eating für alle die:

  • sich gesünder ernähren wollen
  • sich bewusster leben wollen
  • wieder lernen wollen, wann Hunger da ist und wann sie satt sind
  • Essen nicht als Ersatz nehmen wollen für Stress, Emotionsausgleich oder Langeweile
  • wieder bewusster wahrnehmen wollen, welche Lebensmittel gut tun und welche eben nicht

 

Ein Workshop zu dem Thema kann Wunder bewirken. Ist aber lediglich empfehlenswert, wenn wir lernen wollen wieder mehr auf uns zu achten.  Gesund und energievoll leben wollen.Und nicht als Grundlage für eine neue Diätsform oder um abzunehmen.

 

Du bist schön, wie Du bist. Innerlich wie äußerlich. 

 

Unsere Ernährung hat einen grundlegenden Einfluss auf unseren Körper, auf unser Organe und unser Wohlbefinden. Was wir essen beeinflusst unseren Energiehaushalt ebenso wie die Emotionen, unser Stressempfinden und unser Immunsystem. Allein deshalb ist es von großer Bedeutung, die Lebensmittel zu sich zu nehmen, die wir wirklich brauchen und nicht die von denen wir denken, das wir sie mögen. Das ist ein riesengroßer Unterschied.

 

Mindful Eating Tipps für Deinen Alltag:

  • bereite Dir Dein Essen in einer ruhigen und aufgeräumten Atmosphäre zu
  • esse ausschliesslich dann, wenn Du Hunger verspürst
  • rieche an Deinem Essen und achte darauf, ob es für Dich wohltuend riecht
  • iß mit all Deinen Sinnen, nicht nur schmecken und riechen. Auch sollte die Mahlzeit auf dem Teller hübsch und schmackhaft anzusehen sein
  • nimm Deine Mahlzeit in einer schönen Atmosphäre ein
  • kaue langsam und geniesse jeden Bissen
  • trinke ca 30 Minuten vor dem essen nichts mehr
  • trinke während der Mahlzeit lediglich in kleinen Schlucken um Dein Verdauungsfeuer nicht zu schwächen
  • trinke auch nach der Mahlzeit erst wieder nach ca. 30 Minuten (es sei denn Du hast wirklich(!) Durst)
  • lass Dich während des Essens nicht vom TV oder ähnlichem ablenken
  • verbringe die Mahlzeiten nicht mit Streitgesprächen
  • nimm Dir Zeit bei der Mahlzeit

In den allermeisten Fällen muss der Körper erst wieder lernen Hunger zu erkennen. Wir essen wenn wir Zeit haben oder wenn wir zu einer Pause im Job “genötigt” werden. Wir essen weil die Mahlzeiten eben da sind  oder weil wir mit dem Essen ein bestimmtes Gefühl verbinden. In den allermeisten Fällen nehmen wir aber den richtigen Hunger kaum oder gar nicht wahr. Im Laufe des Lebens haben wir regelrecht verlernt Hunger zu erkennen. Unser Körper muss ersten wieder lernen, Hunger wahrzunehmen und ihn im zweiten Schritt zu zeigen. Dafür solltest Du in den ersten Tagen des Mindful Eatings Deine Mahlzeiten regelmäßig einnehmen. Morgens, Mittags und Abends. Gut ist es, wenn die Mahlzeiten zu ähnlichen Uhrzeiten eingenommen werden. Das heisst nicht, das Du jeden Morgen um exakt 06:00 frühstücken musst. Es bedeutet vielmehr, das Du Dir einen Zeitraum setzt, indem Du Deine Mahlzeit zu Dir nehmen wirst. Zum Beispiel das Frühstück zwischen 06:00 und 08:00, das Mittagessen zwischen 12:00 und 14:00 und das Abendessen zwischen 18:00 und 19:30. Auch sollte Dein Körper zwischen den Mahlzeiten Zeit haben, um das Gegessene zu verdauen. Gut wäre es,  ein paar Stunden Zeit zwischen den Mahlzeiten einzuplanen in denen Du keinen Snack zu Dir nimmst. So kann Dein System alles verdauen und sich auf die nächste Mahlzeit einstimmen. Du solltest Dir bewusst machen, das es keine Verborte gibt. Alles was Dir schmeckt sollte erlaubt sein. Verbote machen nur Druck und Lust auf mehr.  Achte lieber darauf, was Dir wirklich gut bekommt. Wenn Du also Lust hast auf eine Pizza. Dann iß eine. Schaue aber einmal, ob sie Dir gut tut.

Frage Dich:

Hab ich gerade Hunger?

Hab ich Lust auf eine Pizza?

Wie war meine Verdauung heute?

Wie fit fühle ich mich, jetzt vor dem Essen?

Wie fühle ich mich während des Essens?

Wie fühle ich mich nach dem Essen?

Bin ich satt nach dem Essen?

Bin ich Energiegeladen nach dem Essen?

Wie fühlt sich mein Körper vor und nach dem Essen an?

Wie fühle ich mich nach der Pizza? Und mit wie fühle ich mich meine ich alle Gefühle, die Du eben hast. Macht sich Dein Magen bemerkbar (Blähungen, Grummeln oder ähnliches) Wie fühle ich mich in Bezug auf die Emotionen die im Zusammenhang mit Pizza entstehen? (schlechtes Gewissen oder ähnliches) Wie fit oder umfit fühle ich mich vor,bei und nach dem Essen (viel Energie oder wenig)

Nimm die gesamten Emotionen und Empfindungen der Mahlzeit wahr. Nimm wahr, wie die Mahlzeit (auch die Pizza ) aussieht, wenn Du sie verspeist! Nimm die Atmosphäre wahr, nimm Deine Gedanken dazu wahr. Und dann entscheide. Entscheide Dich, ob es die passende Mahlzeit für Dich ist! Fühlt es sich in allen Punkten gut an, dann ist sie evtl für Dich passend. Jetzt gerade. Fühlt sie sich aber in einigen oder mehreren Punkten nicht so optimal an, dann nimm das wahr. Mach Dir kein schlechtes Gewissen. Iß die Pizza und sei Dir dessen bewusst, was diese Mahlzeit in Dir auslöst. Nimm alle Emotionen und Empfindungen dazu wahr. Und beim nächsten Mal, wenn Dir wieder nach einer Pizza ist, dann hole genau dieses Wissen wieder raus. Und dann entscheidest Du neu! Entscheide Dich für oder gegen die Pizza. Wenn Du Dich dafür entscheidest, dann in dem Bewusstsein, das sie Dir vielleicht beim letzten Mal ein schlechtes Gewissen gemacht hat. Oder das Du danach müde und abgeschlagen warst. Das ist in Ordnung! Sei Dir dessen bewusst und ändere langsam und allmählich Deine Einstellung zum Essen. Essen soll Dich glücklich machen. Essen soll Dich nähren und kräftigen. Essen soll NICHT Deine Energiereserven aufbrauchen; es sollte sie auffüllen. Und jedes Mal, wenn Du etwas zu Dir nimmst, hinterfrage Dich und passe Deine Ernährungsweise demtentsprechend an. Dies ist ein Prozeß der nicht von heute auf morgen passiert. Nach und nach kannst Du Deine Gewohnheiten umstellen, sie neu ordnen und einen achtsamen Umgang mit Nahrungsmitteln in den Alltag integrieren.

Es lohnt sich. Nicht weil Du damit abnehmen kannst. Sondern vordergründig weil Du Dich damit fitter und gesünder fühlen wirst.

Achtsames Essen (Mindful Eating) als eine Art Aufmerksamkeit des bewussten Essens. Hier geht es nicht um die Kontrolle über Dein Gewicht, es geht darum, sich selbst bei dem Umgang mit Nahrung wahrzunehmen. Nicht mit Ausschliessen von Lebensmitteln die  vermeintlich ungesund sind, sondern mit Hinzufügen von Lebensmitteln die für Dein System gut sind. Die Dich nähren und Dir Energie geben.

Vertraue auf Deinen Körper, er weiss was ihm gut tut

Mit Mindful Eating die intuitive Wahrnehmung unser Selbst wieder mehr in den Vordergrund stellen und weg von Ratgebern, Literatur und Kalorientabellen. Achtsames Essen als Lebenseinstellung für uns Selbst, mit uns Selbst.Nur Du weisst, wie sich Dein Körper anfühlt. Probier es aus und erzähle uns von Deinen Erfahrungen mit dem Thema. Ich freue mich auf Dein Feedback.

 

Herzlichst Deine Sunita

 

SunitaEhlers
Hi, ich bin Sunita. Yogini, Mutter, Bloggerin und Ayurveda Lifestyle Coach aus Hamburg. Schön, das Du da bist!

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