So kommst Du aus einer Krise gestärkt hervor

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Dein Partner trennt sich von Dir. Dein Chef kündigt Deinen Job. Du verlierst eine geliebte Person. Du weisst weder ein noch aus. Wir alle erleben im Laufe unseres Lebens Krisen die uns so stark herausfordern das wir kaum glauben können da heil wieder rauszukommen. Ganz oft sind es nicht einmal  Situationen die wir selbst in der Hand haben, das liebe Schicksal tut sein Übriges dazu das wir Situationen erleben von denen wir im Leben nicht geglaubt hätten das wir diese heil überstehen. Ganz zu schweigen davon, das wir sogar gestärkt da rauskommen.

So kommst Du aus einer Krise gestärkt hervor

In solchen Momenten hören wir von anderen schlaue Ratschläge, jeder weiß seinen Senf dazuzugeben. Aber wie kommen wir denn wirklich aus Lebenskrisen heraus? Und warum passieren uns diese sorgenvollen Momente überhaupt? Will uns das Schicksal damit etwas sagen oder haben wir es verdient eine schlimme Situation zu erleben. Fragen über Fragen quälen uns. Zusätzlich zu den sowieso schon schlimmen Momenten quälen uns diese ohne Unterlaß. Sie tauchen auf ob wir es wollen oder nicht. Schmerzvolle Erfahrungen lehren uns Demut in hohem Maße. Verluste, Trennungen und tiefe Enttäuschungen zeigen uns auf, wie klein wir sind im großen Universum. Sie zeigen uns, das wir manchmal nichts machen können um es besser zu machen. Hilflos stehen wir da, ohne Aussicht auf Besserung. Schmerz und Verlust können nicht vorbereitet werden. Sie treffen uns vollkommen unerwartet. Nicht nur das. Selbst wenn wir tief in uns wissen, was kommt, so sind die Gefühle dazu dennoch vollkommen ohne Kontrolle. Stark und kräftig. Wir verlieren den Verstand ohne ihn zu verlieren. Wir sind hilflos in einer Welt die so groß und stark erscheint das wir uns sogar noch kleiner fühlen als wir es sowieso schon tun. Alles um uns herum scheint sich weiter zu drehen und das tiefe Loch scheint größer und größer zu werden.  Hier hilft es nicht, zu atmen. Hier hilft es nicht wegzulaufen. Die Emotionen sind da. Tief und schwer. Sie scheinen uns zu erdrücken. Sie scheinen für immer dableiben zu wollen.

 

Das muss nicht sein!

 

Krisen gehören zum Leben dazu. Wir lernen daraus und wir wachsen daran. Eine Veränderung die durch Schmerz entstanden ist und danach, wenn der Schmerz aufgehört hat oder zumindest weniger geworden ist, neu gestaltet werden kann. Und muss. Wenn wir es nicht schaffen aus der Krise herauszukommen, wenn wir uns darin aalen und wälzen als wäre es unser Zuhause, dann sind wir verloren. Verlorene Seelen im Großen Ganzen, die nicht wissen wohin sie gehören. Auch davon gibt es einige unter uns. Auch das gehört dazu. Krisen sind nicht einfach zu bewältigen. Krisen sind schwer. Krisen sind fordernd und unsagbar übel. Krisen meistern wir alleine oder gar nicht. Denn auch der beste Therapeut, die beste Freundin oder der beste Partner kann unsere Gefühle zwar verstehen und akzeptieren, aber derjenige lebt sie nicht. Da müssen wir alleine durch. Krisen meistern wir allein. Ganz allein. Und genau deshalb ist es viel schwerer da wieder rauszukommen.

Krisen machen uns stark  – zumindest wenn es gut läuft 

Es kommt immer ganz darauf an, was für eine Krise wir durchleben. Der Unterschied immens. Ob im Büro oder im Alltag, ob einfach “nur” ein Freundin gemein ist oder ein Krankheit die uns heimsucht. Krisen sind schwer zu ertragen. Sie fordern ihren Tribut und verlangen einiges von uns ab. So sehr wir Menschen unterschiedlich sind, so unterschiedlich sind unsere Geschichten. Vieles von dem was wir uns wünschen, tritt ein. Vieles aber auch nicht. Dinge, die wir uns nicht wünschen, die aber treffen ein. Sie schlagen auf uns ein und  beeinflussen unser Leben. Sie verändern uns. Sie verändern unser Leben.

 

Durchleben wir eine Krise, so verlaufen wir danach unterschiedliche Phasen. Der Zusammenbruch direkt nach der Schreckensnachricht lässt uns verzweifeln, wir verlieren den Boden unter den Füßen und wissen nicht, wie wir ihn je wiederbekommen können. Haben schon bald keine andere Auswahl, als das Erlebte zu akzeptieren und kommen zwangsläufig  in den Prozeß des Umdenkens. Einige Menschen gehen davon aus, das wir diese Prüfsteine zugeworfen bekommen, nur um zeigen zu können, wie stark wir sind. Das Motto:

 

Nur was mich nicht tötet, macht mich stärker! 

Die Frage bleibt, ob das wirklich ausreichend ist. Sind Krisen so einfach zu bewerkstelligen, wie manche es uns vormachen? Ganz so easy ist es nicht. Wir suchen an den falschen Stellen nach einem Ausweg. Sind blind vor Scham, Verlust und Trauer. Wir grübeln und kommen zu keinem Ausweg. Wollen die Ursache erforschen, auf der Suche nach dem Warum. Aber manchmal gibt es einfach kein Warum. Keine Antworten. Es passiert einfach. Wir wollen Antworten auf Fragen die nicht zu beantworten sind. Wir beantworten uns selbst schon die meisten Fragen und geben uns in Gedanken die Schuld an dem Verlust. Wie konnte ich nur so dumm sein und mit meinem Partner diesen Streit zu haben. Wieso hab ich das nur getan. Nun hat er ( oder sie) mich verlassen. Ich habe selber Schuld.

Wie konnte ich nur das letzte Meeting so vergeigen, das ich den Job nun verloren habe. Warum hab ich beim letzten Treffen nur so dumme Dinge gesagt, das sie nun nicht mehr meine Freundin sein will. Wir suchen Schuld und wenn niemand da ist, dem wir sie zuschieben können ,dann schieben wir sie uns selber zu. Doch Du bist nicht schuld. Du bist nicht schuld daran, das Du Deinen Job verlierst. Du bist nicht schuld daran, das Du krank bist und Du bist ganz sicher nicht schuld daran, das Dein Partner oder Dein Vater die erschreckende Bekanntschaft mit dem Tod macht ohne Dich darauf vorzubereiten. Du bist einfach nicht Schuld! Auch nicht, wenn Du es nicht glauben magst. Du bist nicht Schuld. Du kannst nichts dafür und Du hast einfach keine andere Wahl, als das zu akzeptieren.

 

“Von einer Lebenskrise sprechen wir, wenn im Leben eines Menschen Veränderungen auftreten, die es ihm oder ihr subjektiv und / oder objektiv unmöglich machen, zu seinem Lebensrhythmus zurückzukehren.” V. Kast 

 

Die Akzeptanz das wir schwach sind, schwach und verletzlich, hilft. Wir müssen lernen zuzugeben, das uns Krisen schwächen. Das wir nicht wissen, wie wir da wieder herauskommen. Wir müssen akzeptieren das das Leben uns Streiche spielt mit denen wir im Traum nicht gerechnet haben. Genau das müssen wir akzeptieren. Wir können nicht ahnen was alles passieren kann. Wir können uns nicht drauf vorbereiten. Das Leben hat kein Drehbuch. Es gehorcht uns nicht.

Dennoch. In den schlimmsten Momenten unseres Lebens steckt unglaublich viel Potential. Potential das ans Licht will. Gesehen werden will in der schlimmsten Phase unseres Lebens. In der dunkelsten Ausweglosigkeit des Daseins. Gesehen als die Chance die wir haben, aus den schlimmsten Dingen, den schlimmsten Situationen und den dunkelsten Gefühlen das Beste rauszuholen. Das Licht zu zeigen. Zu öffnen in der tiefsten Erschütterung unseres Lebens. Wir alle müssen uns selbst helfen, das Licht zu sein im Dunkel. Die Rückkehr in den Alltag zu meistern, auch wenn wir wieder auf die Schnauze fallen. Wir haben den Richtungshebel in der Hand. Du hast ihn in der Hand.

 

Ganz frisch noch unmöglich. Mit der Zeit wird es einfacher.

 

Tipps für eine Zeit in der Lebenskrise und danach:

  • akzeptiere

Akzeptiere, Du hast keine andere Wahl. Akzeptiere was ist und auch Deine Gefühle dazu. In emotional aufgeladenen Momenten neigen wir dazu, unsere eigenen Emotionen schlecht zu reden. Wir sind traurig, das uns gekündigt wurde und machen uns zusätzlich selbst runter weil wir uns schlecht fühlen. Die Angst, nicht zeitnah genug eine neue Arbeitsstelle zu finden, die Sorge wie wir die nächsten Wochen und Monate ohne festes Einkommen überleben können sind ok. Sie sind mehr als ok, sie sind verständlich und gut. Denn genau diese Sorgen helfen uns dabei, nicht im tiefen Loch bleiben zu wollen. Sie helfen uns dabei, die nötigen Kraft aufzuwenden um sich neu zu bewerben. Trotz der Scham darüber das wir augenscheinlich nicht gut genug waren. Das wir nicht gut genug gearbeitet haben oder nicht gut genug sind, um einen verflixten Job zu behalten. Alle anderen können das doch auch. Sind sie denn viel besser als wir? Nein. Das sind sie nicht. Manche haben einfach ein wenig mehr Glück als andere. Aber keine Sorge, das wechselt. Es ist nicht so, das es ewig mies für Dich laufen wird. Es kommen auch wieder andere Zeiten, auch wenn Du das in dem Moment einfach nicht glauben kannst. Wir alle glauben, das die Situation die wir als Krise empfinden als die schlimmste ist, die es je geben wird. Aber weisst Du was? Es gibt immer jemanden, dem es noch schlechter geht. Und auch wenn das nicht zählt. Vor allem nicht dann, wenn es Dir selber gerade nicht gut geht. So ist  es doch ein Zeichen. Ein Zeichen dafür, das Du es hinbekommen wirst. Du wirst es schaffen da raus zukommen. Dich irgendwann, Stück für Stück Dich wieder besser zu fühlen. Auch wenn es nicht einfach ist. Es wird passieren. Sobald wir beginnen im Selbstmitleid zu ertrinken, halte Dich daran fest. Du wirst es schaffen.

  • tu Dinge, die Dir gut tun

Sobald Du Deine Situation akzeptiert hast, schau einmal in Deinem Umfeld nach. Was tut Dir gut? Was nicht so gut? Was macht Dir Spaß, was macht überhaupt keinen Spass (mehr)? Handle überlegt und bewußt. Suche Dir etwas aus, was gut tut und tu es. Tu es mit Hingabe. Tu es mit Gefühl. Und versuche Stück für Stück das Gefühl von Ich darf, Ich kann und  Ich will wieder in Deinen Alltag zu integrieren. Es braucht Zeit. Nimm sie Dir ganz bewusst. Aber entscheide Dich dann auch dafür, etwas Gutes wieder zuzulassen.

  • versuche Dein schlechtes Gewissen abzustellen

Diese Dinge, die Dir dann gut tun. Sobald Du sie wieder gefunden hast. Sie bereiten Dir im ersten Moment wahrscheinlich ein schlechtes Gewissen. Schlechtes Gewissen darüber, das Du nach einem Verlust oder einer schlimmen Krankheit eines lieben Menschen wieder lachen willst. Wieder leben willst. Das ist vollkommen normal. Nimm das schlechte Gewissen an und sage Dir ganz bewusst: ich darf. Ich darf leben und das werde ich. Ich werde leben und darf lachen, lieben und mich wieder gut fühlen.

  • überlege, was Du stattdessen tun willst/ wie Du die Situation ändern willst

Ganz allmählich überlege Dir wie Du aus dieser Situation herauskommen willst. Wie willst Du Dich fühlen? Wie willst Du leben? Sicherlich kommen Gedanken in den Kopf die hierzu überhaupt nicht passen. Wir neigen dazu, in Krisen das Licht nur ganz schwach am Horizont zu erkennen. Klammere Dich daran und nimm bewusst wahr, wo willst Du hin. Such Dir einen positiven Strohalm der Dich eine Zeit lang über Wasser hält. Ein gutes Gespräch mit lieben Freunden, eine Yoga Stunde, ein Glas Tee und dann schau nach vorne. Lass den Strohhalm immer größer und dicker werden. Lass das Gute wieder in Dein Leben. Vielleicht spürst Du, das der Job eigentlich schon lang nicht mehr zu Dir passte. Vielleicht spürst Du tief in Dir drinnen, das Dein Partner nicht der richtige für Dich war. Bei Krankheiten und Verlusten die für immer sind ist die Situation selbstverständlich um einiges bedeutender.

  • nimm Deine Gefühle an wie sie sind

Deine Gefühle als Wegweiser. Nimm sie an. Versuche nicht, sie zu verbergen. Das bringt sie nur zu einem späterem Zeitpunkt noch viel deutlicher zum Vorschein. Sie holen Dich irgendwann ein. Versuche sie zu nehmen und sie ganz langsam umzuändern. Gefühle sind da um gelebt zu werden. Sie sind nicht immer gut und angenehm. Sie sind manchmal einfach da. Gefühle können uns erschrecken. Sie können uns runterziehen. Aber es gibt auch die andere Seite. Sie können uns wärmen und nähren. Sie sind für uns da und zeigen uns den Weg. Wenn wir sie nicht schätzen und uns wegen unser eigenen Gefühle schlecht fühlen dann treten wir sie in gewisser Weise auch mit den Füßen. Das kann in eine Krise niemand brauchen. Gerade da brauchen wir Zuneigung und Verständnis.

  • zeige Dankbarkeit

Dankbarkeit für das was Du hast. Dankbarkeit für Leben und für das Sein. Das erfordert – gerade in einer emotional instabilen Zeit – einiges an Kraft und Anstrengung. Alles Schöne wird vermeintlich unschön. Alles Gute wird schlecht. Alles fordert Kraft und bedarf unserer  vollsten Aufmerksamkeit. Aber weisst Du was? Wir alle haben etwas wofür wir dankbar sein können. Auch wenn Du es gerade jetzt nicht sehen kannst. Es ist da. Und wenn es “nur” unser Atem ist. Unser Atem, der für uns da ist. Von Geburt an, wie ein Freund der uns liebt. Unser Körper der für unsere Seele ein Zuhause ist. Unsere Gedanken die uns stützen können. Unser gesamtes Dasein auf diesem Planeten. Ein Stück des großen Ganzen.

  • überlege, was Du schon immer tun wolltest

Die Dankbarkeit und die Akzeptanz der emotionalen Achterbahn zeigt uns neue Wege. Manchmal sind gerade diese Momente ein Moment des Neubeginns. Wir haben die Möglichkeit in Lebenskrisen über uns hinauszuwachsen. Wir können Neues schaffen. Wir müssen nur erkennen wo uns der Weg hinführt. Was wolltest Du schon immer tun? Was wolltest Du schon immer machen? Was würdest Du bereuen, nicht getan zu haben. Was würde nun passen?

  • beginne neu

Und dann beginne. Beginne mit Deinem neuen Abschnitt im Leben. Beginne und starte neu durch. Denk immer daran, Du bist nicht allein und Du bist es Wert. Du verdienst ein glückliches Leben. Ganz ohne Krisen die uns fordern geht es LEIDER nicht. Ganz ohne Angst, Sorge und Verzweiflung funktioniert das Leben nicht. Leider. Aber wir können daran wachsen, wir haben die Chance danach wieder zu erwachen. Gewachsen und gestärkt. Du auch!

Herzlichst Deine Sunita

 

SunitaEhlers
Hi, ich bin Sunita. Yogini, Mutter, Bloggerin und Ayurveda Lifestyle Coach aus Hamburg. Schön, das Du da bist!

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