Was tun bei Mobbing

Ganz gleich, ob Mobbing in der Schulzeit oder am Arbeitsplatz stattfindet. Mobbing ist übel und fühlt sich noch übler an.

Laut Wikipedia versteht man unter Mobbing (auch Bullying) ein gegen andere gerichtetes Drangsalieren, gemein sein, Ärgern, Angreifen und Schikanieren.

In der Schule gibt es unterschiedliche Formen von Mobbing. physisches Mobbing, wie zum Beispiel schlagen, treten oder an den Haaren ziehen, verbales Mobbing, wie zum Beispiel verletzende Spitznamen oder übel über jemanden reden; aber auch Drohungen und Beschimpfungen. Relationales Mobbing, hierzu zählen das Angreifen oder Zerstören Freundschaften, wie zum Beispiel Ausgrenzen des Opfers, rausekeln aus einer Gruppe oder Ignorieren einer Person und Ausschliessen aus Gruppen.

Mobbing am Arbeitsplatz bezeichnet Psychoterror am Arbeitsplatz mit dem Ziel, das der Betroffene kündigt oder gekündigt wird oder sich einfach eben schlecht fühlt. Ein wiederholtes schikanieren und quälen der Menschen, Gewaltandrohungen und soziale Isolation lassen das Opfer verzweifeln in jeglicher Hinsicht. Denn Mobbing zieht sich weiter fort. Sobald Du das Gefühl bekommst – und das dauerhaft -nicht dazuzugehören, schlecht für eine Gruppe zu sein oder sogar Gewalt angedroht bekommst, so wirkt sich das nicht nur auf Deinen Alltag in der Schule oder am Arbeitsplatz aus; es zieht weit größere Kreise und wirkt so auf Dein gesamtes weiteres Leben.

 

Mobbing gibt es nicht erst seit gestern. Es ist in Schulen und an Arbeitsplätzen ein weit verbreitetes Phänomen. Und obwohl es so unsagbar schlecht ist, so viel ausmacht und so viel Negatives beinhaltet und bewirkt, so scheint es doch das es nicht weniger wird in naher Zukunft. Wir müssen uns  dem Thema stellen und uns mit dieser unglaublichen  Bandbreite der möglichen Mobbing Situationen auseinandersetzen.

Was tun bei Mobbing

Die Opfer des Mobbings fühlen sich hilflos und verzweifelt. Viele schauen einfach ratlos zu oder schliessen sich den Tätern sogar noch an. Nur weil sie vermeintlich stärker wirken. Weil sie es nicht besser wissen.

Gemein sein macht stark?

Ist das so? Ich bezweifle es stark. Aber ein gemeines Verhalten anderen gegenüber sieht im ersten Moment stark aus. Deshalb ist es so leicht, sich dem Täter anzuschliessen. Sich dem Opfer gegenüber stark zu machen scheint als säße man selbst auch bald in derselben Falle. Daher lassen es die meisten lieber. Das Opfer fühlt sich alleingelassen.

Die soziale Isolation ist vorprogrammiert. Das Opfer  zieht sich zurück. Bleibt lieber allein. So offensichtlich ist das eigene Scheitern. Das Opfer erhält die Nachricht ganz deutlich. Du bist nicht gut genug. Du bist es nicht Wert. Zieh Dich zurück, oder Dir passiert etwas Schlimmes. Ganz gleich ob “nur ” angedroht oder bereits tätliches Handeln eingesetzt. Die Angst lauert von nun an überall.

In der Schule sind es subtile Dinge. Kleine Schikanen, die den LehrerInnen meistens gar nicht auffallen. In den Pausen oder auf dem Schulhof. Eine WhatsApp Schlammschlacht oder auf dem Schulweg auflauern und Geld einfordern. Vermeintlich harmlose Hänseleien können extreme Gefühle hervorrufen. Und das Schlimme ist. Je länger die Situation andauert, desto schwerer wird es, eine Lösung zu finden.

Langfristige Folgen entstehen. Die Zukunft des Opfers wird mit dem Gefühl von Leid, Angst und einem schlechten Selbstbild bepflastert. Eine andauernde Hänselei, immer wiederkehrende Drohungen führen dazu, daß das Opfer beginnt selbst schlecht über sich zu denken. Kein Selbstbewusstsein dieser Welt hält so einen enormen Druck von aussen stand. Zumindest auf Dauer nicht. Eine seelische Veränderung der betroffenen Menschen ist vorprogrammiert.

Deshalb müssen wir handeln

Die Opfer suchen das Problem bei sich selbst, aus Unsicherheit wird meistens niemand über die schlimme und alltägliche Situation informiert. Allein beginnt ein Gedanken-Karussel welches nur schwer wieder aufhören wird, sich zu drehen. Der Mensch verändert sich. Nicht nur in der Situation in der das Mobbing stattfindet. Auch zuhause, in anderen täglichen Situationen findet eine Wesensänderung statt. Verlust von Selbstvertrauen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und depressive Verstimmungen können die Folge sein. In der Schule kommt es eventuell zu einer  kompletten Verweigerung. Schulunlust und keine Freude am Lernen.

Hier wird deutlich, das die Auswirkungen langfristig sein werden. Keine Lust am Lernen, keine Lust zur Schule zu gehen bedeuten auch schlechtere Bedingungen einen Arbeitsplatz zu finden im Erwachsenenalter. Ganz zu schweigen davon, das ein als Mobbingopfer welches als Kind mit täglichen Androhungen zu kämpfen hat, sicherlich keine Lust hat auf neue Menschen, Gruppen oder Tätigkeiten offen zuzugehen im Erwachsenenalter. Diese sind immer mit der Angst verbunden, nicht gemocht zu werden oder auch dort ausgegrenzt zu werden.

Zerstörung des Selbstbewusstseins, Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Probleme, Albträume, Ängste, Rückzug aus dem sozialen Leben.

Ist Mobbing ein persönlichkeitsbezogenes Verhalten? Überall liest man, es läge an der Art der Opfer. Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale lösen Mobbing aus. Schüler mit einem geringen Selbstwertgefühl, Menschen die überangepasst sind, andersartiges Aussehen oder Ungeschicklichkeit ziehen Mobbing regelrecht an. Wie gemein! Hast Du einmal darüber nachgedacht, was solche Aussagen bei Menschen, die diesen Situationen tagtäglich ausgesetzt sind auslösen werden?

Ist es nicht so, das jemand der dem Anschein nach an einem geringen Selbstwertgefühl leidet noch weniger Selbstwertgefühl haben wird, wenn er (oder sie ) in der Fachliteratur liest es wäre seine eigene Schuld das er gemobbt wurde.

Ist das nicht total verdreht? Es kann doch nicht sein, das jemand der von der Gesellschaft ( in einem bestimmten Bereich ) ausgegrenzt und gehänselt wird an anderer Stelle noch fertiger gemacht wird. Ist es nicht vielmehr so, das Mobbing und schlechtes Benehmen ein gesellschaftliches Problem sind. Wo das Opfer nichts und zwar gar nichts für kann! Ist es nicht so, das Lehrer, Eltern, Pädagogen, Geistliche, Politiker, wir alle unser Übriges dazu beitragen.  Wenn denn Überhaut jemandem die Schuld zugewiesen werden muss! Sind wir alle mitschuldig. Wir alle schauen weg oder nur zu. Wir alle unternehmen zu wenig beim Verdacht auf Mobbing. Zu sehr geprägt von eigenen Ängsten.

Opfer können nichts für ihre Situation. Sie können nur etwas daran ändern, wenn wir sie unterstützen. Sicherlich ist es einfacher, jemanden zu hänseln, der sich nicht wehrt. Aber ist es nicht ebenso einfacher jemanden die Schuld zuzuweisen, dem es sowieso nicht so gut geht, anstatt die Wahrheit zu erkennen und sich einzugestehen, das wir alle etwas dafür können. Warum muss sich ein vermeintliches Opfer des Mobbings in den Medien durchlesen, er wäre gehänselt und fertig gemacht worden weil er zu schüchtern ist, sich zu wehren? Das kann nicht sein!

Das eigentlich Üble ist doch, das jemand der gemobbt wird sich nicht traut es jemandem zu erzählen. Jemanden um Hilfe zu bitten in einer Gesellschaft die von Macht und Geld dominiert wird. Schlimm ist es, niemandem zu vertrauen können. Schlimm ist, das es grundsätzlich so viel Gewalt in der Gesellschaft gibt.

Eigentlich sollten wir daran arbeiten gutgläubige und schüchterne Menschen zu stärken und die gewaltbereiten einzugliedern. Ihnen sollten wir beibringen was es heißt Gemeinschaft zu leben und nicht Macht und Druck. Wir sollten ihnen zeigen, das Andersartigkeit schön ist und Individualität ein Zeichen von Stärke nicht von Schwäche. Das Sensibilität oder ein geringes Selbstwertgefühl für denjenigen schon schwer genug ist und das ein hohes Selbstwertgefühl nicht bedeutet ein besserer Mensch zu sein. Das sollten wir.

 

Die Demonstration von Macht und Stärke sind nicht nachahmenswert. Solange sie da sind, ohne jemanden dabei zu verletzen ist es wunderbar. Aber sobald eine Steigerung des eigenen Selbstgefühles durch das Niedermachen anderer hinzukommt nur noch widerlich. Das Ausspielen von Macht ist keine schöne Eigenschaft.

Wie wäre es denn, wenn die Kinder in der Schule gleich lernen würden was Individualität bedeutet. Wäre es nicht großartig, wenn der Unterricht so individuell gestaltet wäre das wir schon in jungen Jahren die Einzigartigkeit der Menschen kennenlernen könnten. Sportlich ungeschickte nicht sportlich ungeschickt wären, sondern  einfach in einer anderen Sportart gut sind. Wenn gute Schüler nicht als Streber gelten würden, sondern lernen würden wie es sich anfühlt zeigen zu dürfen was sie können. Wenn Schüler die nicht viel Geld haben einmal sehen wie es sich anfühlt viel zu haben und andersrum. Ist es nicht vielleicht genau dieses Unwissen welches uns häßlich gegenüber unseren Mitmenschen werden lässt?!

Mobbing als Symptom für gestörte Kommunikation, die Opfer isoliert, die Täter fühlen sich gut. Zuschauer sind ratlos und schauen weg.

 

Was aber können wir tun gegen Mobbing?

  • nicht wegschauen
  • dem Opfer den Rücken stärken
  • dem Täter ehrlich begegnen und ihm mitteilen, das so ein Verhalten unschön ist und langfristige Folgen hat
  • ein offenes Ohr haben, sodass Betroffene sich trauen können, von Vorfällen zu berichten
  • das Opfer schützen und unterstützen
  • präventive Maßnahmen gegen Mobbing vereinbaren, ggfs. Jugendamt /Betriebsrat einbeziehen
  • allgemein  für ein offenes und kommunikationsstarkes Klima sorgen
  • dem Täter eine Hand reichen und gemeinsam nach Lösungen suchen in denen sich beide (Täter und Opfer) wieder wohlfühlen können

 

Gewalt in Schulen nimmt zu und wird brutaler und hemmungsloser? Oder sind vielmehr die Begrifflichkeiten dominanter als früher. Was damals als schikanieren und gemein sein galt, hat heutzutage einen eigenen Namen. Mobbing. Diese böswilligen und gemeinen Handlungen mit dem Ziel andere fertigzumachen sind einfach nur erschreckend und unschön. Verbale Attacken sind nicht weniger schlimm als körperliche, die Art und Weise des Fies-seins spielt keine wesentliche Rolle. Eine Arbeitsstelle oder eine Schule, ein Ort an dem Menschen gemeinsam Zeit verbringen (müssen) sollte friedlich und nett sein. Dieser Ort sollte allen die Möglichkeit geben, sich selbst zu entfalten und gemeinsam voneinander zu lernen anstelle von voreinander Angst zu haben. Ein Ort mit mehreren Personen sollte nicht dazu führen, das einige sich einsamer fühlen während andere sich in ihrem unerklärlichen Gemeinheiten aalen. So einen Ort sollte es nicht geben. Ein ankreiden der Personen die gemobbt werden ist mehr als verwerflich.  Diejenigen die gepiesackt werden im Nachhinein als eine Art – Du hast es selbst angezogen  daher bist Du gefährdet Mensch – hinzustellen ist eine Frechheit.

 

Übrigens: nicht nur Opfer, auch  Täter sind nicht von langfristigen Schäden befreit. Sie tendieren laut Studien zu einer erhöhten Strafanfälligkeit im späteren Alter, die als Kind erworbenen Strategien zur Durchsetzung der eigenen Meinung ist sicher Teil daran.

Wünschenswert wäre ein grundsätzlich friedvoller Umgang miteinander. Gleich ob LehrerIn, SchülerIn, ArbeitgeberIn oder Angestellte (r), wir sind alle nicht gefeit von Wut und Ärger von anderen. Es kann uns alle treffen. Umso wichtiger daher, wie wir damit umgehen. Lassen wir den Stärkeren sich noch stärker fühlen, so ist es offensichtlich, das derjenige denkt es wäre was ganz Tolles was er getan hat. Ein Teufelskreislauf beginnt. Jeder von uns kann in dämliche Situationen kommen, sich peinlich benehmen oder dumm wirken. Jeder von uns hat mal ein geringes Selbstwertgefühl. Das sollten wir uns alle einmal bewusst machen. Ein wenig Verständnis füreinander, ein wenig Mitgefühl. Ein bisschen Liebe und Zuneigung für Lebewesen um uns herum. Und Mut. Mut ist so wichtig. Mutig zu sein, wenn jemandem Unrecht widerfährt. Mutig zu sein, wenn uns selbst Unrecht widerfährt. Mut zu zeigen um sich einzumischen und für das einzig Richtige zu sorgen. Es ist an der Zeit, das Wir alle, Eltern, LehrerInnen, Chefs,  Menschen die für Ordnung sorgen sollen und alle anderen nicht nur durch Autorität auffallen. Wir müssen dafür sorgen, das Opfer jeglichen gemeinen Verhaltens uns Vertrauen. Vertrauen haben und sich denjenigen öffnen, die helfen könnten.

Wir sollten unsere Energien bündeln und gemeinsam Stärke zeigen und nicht auf den Einzelnen (sowieso schon gepiesackten) Menschen den Finger zeigen.

Herzlichst Deine Sunita

Zum Mobbing gehören:

  • ein Zurückhalten von wichtigen Informationen
  • verletzendes Verhalten, Bemerkungen und Gerüchte
  • androhen von Gewalt
  • verpetzen und auslachen
  • ausgrenzen aus einer Gemeinschaft
  • ignorieren
  • hinter dem Rücken schlecht voneinander reden
  • jemanden blossstellen
  • Gerüchte erfinden und verbreiten
  • jemanden Dinge wegnehmen
  • jemanden nicht ausreden ständig nicht zu Ende reden lassen
  • über jemanden lustig machen
  • jemanden nicht ernst nehmen
  • jemanden von seinem Weg abhalten
  • Habseligkeiten von jemanden absichtlich zerstören
  • Demütigungen
  • körperliche Tätigkeiten, stossen, schubsen oder ähnliches
  • unter Druck setzen
  • jemanden beschimpfen und hänseln
  • jemanden dauerhaft dumm hinstellen
  • jemanden drohen
  • jemanden erpressen
  • Peinlichkeiten über jemanden verbreiten
  • abschätzige Gesten von LehrerInnen oder Chefs
  • hässliche Spitznamen geben
  • ausüben ständiger Kritik von Chef oder LehrerIn
  • übertriebene Strafen austeilen
  • Hilfe verweigern von Seiten der LehrerIn oder des Chefs

 

SunitaEhlers
Hi, ich bin Sunita. Yogini, Mutter, Bloggerin und Ayurveda Lifestyle Coach aus Hamburg. Schön, das Du da bist!

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